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„Dorfgespräch“ Reitschule & Meierhofgasse

Bericht über das Dorfgespräch, veranstaltet von der Gemeinde

Bericht
Zusammenfassender Bericht des „Bürgergesprächs" vom 11. September 2019 im Forsthaus Hornstein.
Das Bürgergespräch rund um Thema „Reitschule & Meierhofgasse" wurde durch die Gemeinde Hornstein veranstaltet.

Bürgermeister Mag. Christoph Wolf, M.A. hatte für den 11. September 2019, um 19.00 Uhr, zu einem Dorfgespräch zum Thema Reitschule/Meierhofgasse in das Forsthaus geladen.

Der Einladung zum Dorfgespräch waren schließlich ca. 40 Personen gefolgt. Zum größten Teil kamen AnrainerInnen des im Zentrum des Dorfgesprächs stehenden Ortsteils, aber auch eine Reihe von interessierten BürgerInnen aus anderen Ortsteilen waren zu Gast im Forsthaus.

Den Anfang machte der Bürgermeister in Form eines historischen Überblicks mit von Herrn Dr. Stefanits vom Heimatarchiv zur Verfügung gestellten Daten. Die vielfältigen historischen Wurzeln des verhandelten Areals wurden dargestellt, sowie auch die Nutzungsvarianten Festplatz (Feuerwehr, Kirtag) und Eislaufplatz wurden hervorgehoben. Einen wichtigen Bezugspunkt im historischen Abriss bildete dabei das ehemalige Bürgerspital im Gebäudekomplex des ehemaligen Gasthofes Bauer/Karner/Matkovits (am Standort des heutigen Wohnkomplexes mit der Ordination Dr. Heindl) und dem noch heute bestehenden Turmrest als historisch baulichem Denkmal.

Was bisher geschah

Bürgermeister Wolf erläuterte auch die schon seit Jahren bestehende Planungsphase, die mittlerweile zur aktuell neunten Planvariante geführt hat, die allesamt vom beauftragten Ziviltechniker DI Paikl erstellt wurden. Für aufmerksame Zuhörer war der verbale Seitenhieb auf die früheren Gemeindeführungen (allesamt Bürgermeister der SPÖ) wohl nicht zu überhören. Die Erwartungen an eine konstruktive und sachbezogene Präsentation wurde dadurch bereits am Beginn der Veranstaltung für einzelne Anwesende gedämpft, wie sich in einzelnen Wortmeldungen im Anschluss der Veranstaltung herausstellte.

In Folge erläuterte der anwesende Planer des befassten Ziviltechnik Büros, DI Paikl, die aktuelle Planungsvariante, deren wesentlichste Eckpunkte folgendermaßen definiert wurden:

    • Eine Verlegung des Straßenzuges zwischen Meierhofgasse und Lorettostraße in Richtung Westen mit daraus resultierender neuer Baumbepflanzung, Längs- und Schrägparkplätzen und Bodenwellen. Die in diesem Bereich geplanten Parkplätze wurden mit dem von den Planern angenommenen Bedarf von Besuchern der Ordination Dr. Heindl bzw von Besuchern bei allfälligen Festivitäten auf der Grünfläche begründet.
    • Eine Neuplanung einer Sackgasse ausgehend vom Turmrest des Bürgerspitals entlang der Häuserzeile beginnend mit dem Haus der Familie Leitner mit dem Ende knapp vor der Einmündung in die Gartengasse. Dieses Endstück wurde als Umkehrmöglichkeit für Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes (z.B. Müllabfuhr) definiert. Diese Lösungvariante wurde von den dort lebenden, beim Dorfgespräch anwesenden AnrainerInnen mit teilweise erheblicher Skepsis aufgenommen.
    • Eine Reihe von Längsparkplätzen in der Meierhofgasse entlang der Mauer der Esterhazy’schen Güterverwaltung mit starker Versiegelung des gegenüberliegenden Gehsteigs entlang der Liegenschaften der Familien Hiesböck und Brabetz, was ebenfalls von anwesenden Anrainern mit Skepsis betrachtet wurde.
    • Ein nahezu rechtwinkeliger Einfahrtsbereich von der Lorettostraße in die Gartengasse zum Zweck der Verkehrsberuhigung

Kritische Anmerkungen der Anwesenden

Der gesamte Straßenzug Meierhofgasse & Reitschule, von der Hauptzeile bis zur Lorettostraße, sollte durch diese vorzusehenden Maßnahmen aus Sicht der Planer verkehrsberuhigt werden. Eine Tempo 30-Zone, wie einem aus dem Publikum deutlich artikulierten Wunsch zu entnehmen war, sei in der vorgelegten Planungsvariante (noch) nicht vorgesehen.

Außerdem kritisch angemerkt wurde die Situation bei der Ecke Gartengasse und den für dort vorgesehenen Wendebereich für KFZ, insbesondere für Müll- oder Baufahrzeuge.

Ein weiters formulierter Kritikpunkt war die Platzierung der Parkplätze entlang der Meierhofgasse. Um diese als AutofahrerIn zu verlassen (und wieder zu erreichen), müsse man entweder die Straße oder den Grünstreifen überqueren. Vor allem auch bei  Schlechtwetter wäre das eine unattraktive Lösung für die Gemeindebürgerinnen.

Nach der allgemeinen Einführung und Erklärungen über den allgemeinen Projektablauf und der nächsten Schritte, wurden die anwesenden BesucherInnen eingeladen direkt am aufliegenden Planausdruck eine Diskussion zu starten. Zudem wurde ein Whiteboard und leere Zettel zur Verfügung gestellt. Auf diesen sollten von den Anwesenden Ideen für die „Platzgestaltung“ eingebracht und gesammelt werden. Beide Angebote wurden auch genutzt: in kleineren Gruppen wurde schließlich über Planungsdetails diskutiert und das Whiteboard war am Ende mit Anregungen der anwesenden Menschen gefüllt. In welcher Form und in welchem Zeitraum die Auswertung der Publikumsbeiträge erfolgen soll, wurde nicht näher erläutert bzw. blieb offen.

Was fällt auf?

Es fällt auf, dass die im Rahmen des Bürgergesprächs vorgelegte nunmehr aktuelle Planungsvariante ausschließlich verkehrsplanerische Merkmale, hingegen keine raumplanerischen Komponenten aufweist. Dies ist bemerkenswert, zumal in der Einleitung des Bürgermeisters historische Bezüge mit diversen Begegnungsaspekten in der Vergangenheit thematisiert worden waren (Markt, Kirtagsfestivitäten, „Maibaumaufstellen“, vormaliger Tennis- und Eislaufplatz, Feuerwehrübungsplatz etc.), die eine schwerpunktmäßig raumplanerische Konzeption mit starkem Bezug auf eine neudefinierte und innovative Begegnungszone in zentraler Lage in besonderem Maße nahelegen würde.

Bgm. Wolf verfolgt hier offenbar zwei Ziele. Das eine verfolgt das Konzept der Straßenführung, das andere das der Platzgestaltung (wie er es nennt). Dieser Zugang wird auch durch die beiden Online-Artikel untermauert, die am 16. und 17. September 2019 auf der Website der Gemeinde veröffentlicht wurden:

Startschuss Projekt Reitschule
Ideen für die Reitschule – Gestaltung und Nutzung

Welche Position vertritt die Initiative Zukunft Hornstein?

Bereits am 27. August 2019 haben wir Bgm. Wolf schriftlich um die Zusendung sämtlicher Unterlagen als Konvolut im Vorfeld des Bürgergesprächs gebeten (wir haben berichtet). Bis heute haben wir keinerlei Unterlagen erhalten, wobei diese uns zugesagt wurden. Bgm. Wolf hatte dies schriftlich mit zu hohem Arbeitspensum und urlaubsbedingten Engpässen beim Personal begründet. Insgesamt stellt sich daher die Frage, ob das Rathaus über alle Unterlagen überhaupt (noch) verfügt bzw. diese bislang aufbereitet hat.

Die Aufarbeitung der bisherigen Entwicklungen in der Sache Reitschule & Meierhofgasse liegt im Interesse der Initiative Zukunft Hornstein. Selbstverständlich bleiben wir am Thema dran und sammeln auch die Meinungen aus der Hornsteiner Bevölkerung ein. Wir freuen uns daher über entsprechende Beiträge aus dem Dorf!

Unsere Position sowie unsere Vorschläge werden wir hier veröffentlichen. Zudem werden wir das Thema „Reitschule & Meierhofgasse“ am 25. September 2019 im Rahmen unserer 1. Dialogwerkstatt diskutieren. Wir werden darüber berichten.

 

 

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