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Das Leid mit dem Dorfleitbild

Ein „Leidbild".

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Am 22. Mai 2019 wurde im Hornsteiner Gemeinderat einstimmig das neue Dorferneuerungsleitbild beschlossen, aber inhaltlich von einigen Gemeinderäten anscheinend nicht einmal zur Kenntnis genommen. Wie kann es sonst einige Tagesordnungspunkte später geschehen, dass Bürgermeister Wolf und nur die Gemeinderäte seiner Fraktion der Neuen Eisenstädter die Alte Schule über ein Baurecht im Zeitraum von 100 Jahren zwecks Umbaus zu „5 Wohnungen“ übertragen?

Steht ein Umbau in Wohnungen nicht im glatten Widerspruch zu den Ausführungen im vom Gemeinderat beschlossenen Dorferneuerungsleitbild?

Und natürlich kann Hornstein jederzeit aus diesem Vertrag aussteigen. Auch verständlich, dass Hornstein im Fall der vorzeitigen Vertragsauflösung offene Verbindlichkeiten wie Kosten für Verträge, Planung, Kauf, Abbruch, Sanierung, geplanter Umbau etc. begleichen muss. Zumindest verstehe ich das so. Fraglich in welcher Höhe und in welchem Zeitraum dann die Rückzahlung erfolgen muss. Wie wenig man in vorhinein Sanierungskosten eines denkmalgeschützten Gebäudes beeinflussen kann, hat sich in jüngerer Vergangenheit bei der Sanierung des Forsthauses gezeigt.

„Hornstein kann sich zurzeit Ausgaben für Sanierung eines (weiteren) historischen Gebäudes im Ortskern nicht leisten, weil so viel Wichtigeres und Dringenderes ansteht“ lese und höre ich sinngemäß immer wieder. Muss man akzeptieren. Muss man? Wird Hornstein es sich überhaupt jemals leisten können, etwas in Augen Einzelner derart Unprofitables wie die „Alte Schule“ in ihrer jetzigen Form für die Nachkommen zu erhalten?

Ich sage „JA“! In den vergangenen Jahrzehnten haben die ehemaligen Gemeindevertreter Hornsteins aller Fraktionen in vorausblickender Entscheidung ein großartiges Industriegebiet geschaffen und in langwierigen Verhandlungen erfolgreich Firmen dazu gebracht sich in unserer Heimatgemeinde anzusiedeln. Unternehmen, die neben enorm wichtiger Schaffung von Arbeitsplätzen nunmehr über diverse Steuern und Abgaben viel Geld in die Gemeindekasse bringen. Geld für Notwendiges, aber selbstverständlich auch für gesellschaftspolitisch und historisch eErhaltenswertes wie unsere „Alte Schule“.

Zurück zum fast hundertjährigen Baurechtsvertrag „Alte Schule“. Bereits in meiner Kindheit habe ich oft bei sehr lautstarken Diskussionen meines Großvaters und seinen Freunden gehört, dass ein Vertrag zwischen Hornstein und unserer Nachbargemeinde Neufeld existieren soll. Pachtvertrag, oder wie auch immer die vieldiskutierte Vereinbarung für 99 Jahre damals genannt wurde, betraf oder betrifft noch immer den Neufelder See. Zumindest jenen großen Teil davon, der flächenmäßig zu Hornstein zählt. Ganz gleich, ob sich besagter Fleck Wasser jetzt Neufelder See oder …-See nennt, profitieren davon lediglich Neufeld und Esterházy. Sofern es diesen ominösen Vertrag gibt, müssten die 99 Jahre bald vorbei sein. Aber gibt es vielleicht jemanden, der nach so vielen Jahrzehnten den genauen Vertragsinhalt überhaupt kennen und der dann ein gutes Vertragsende für Hornstein ausverhandeln kann? Investiert wurde im Laufe der Jahre rund um den See sehr viel – auch von Hornstein. Es gab in einem so langen Zeitraum sicher etliche Vertragsänderungen und Zusatzvereinbarungen, die schriftlich festgehalten wurden. Aber bestimmt auch unzählige mündliche Vereinbarungen per Handschlag zwischen den jeweils Verantwortlichen, Absprachen, die im gegenseitigen Vertrauen getroffen wurden. So, wie es früher ganz einfach üblich war. Wer kann das heute noch nachvollziehen? (Wieso ich den Neufelder-See hier ins Spiel gebracht habe? Der Zusammenhang findet sich für mich im fast identischen Zeitraum der Verträge.)

Natürlich wird das zwischen Hornstein und der Neuen Eisenstädter ganz anders sein. Hier wie dort werden die Rechtsnachfolger nach exakten Richtlinien tun was zu tun ist – irgendwann in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten – und bestimmt ohne jede zwischenzeitlich mündlich getroffene Vereinbarung. Oder?

Und ich frage mich: Gibt es in Hornstein wirklich noch Personen, die der Ansicht sind, die Sanierung, den Umbau usw. würde eine Bank oder ein Wohltätigkeitsverein bezahlen? Bezahlen werden das jedenfalls in vielleicht …zig Jahren erst die Nachkommen der jetzigen Kinder. Schönes Erbe für sehr viel Geld: 5 Mietwohnungen mit ein paar Parkplätzen!

Und noch etwas gefällt mir absolut nicht. Bibliothek und Vereine werden mit anderen Vereinen im Forsthaus zusammengelegt. Nicht nur für die Zeit der Bautätigkeit, wo zusammenrücken selbstverständlich wäre. Nein. So wie man hört, angeblich dauerhaft. Statt das Forsthaus und die Alte Schule als kulturelle Einheit zu präsentieren, in der so viele Vereine wie möglich mit Menschen jeglichen Alters und unterschiedlichster Interessen sich aktiv betätigen können, sollen dort Wohnungen gemacht werden!

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